Kirche St. Gallus in Walbertsweiler
Das Patronat (Fest 16.10.) erinnert an alte Verbindungen zur Benediktinerabtei St. Gallen in der Schweiz. Schon 854 wird der Ort in Urkunden von St. Gallen erwähnt. 1259 erhielt das Kloster Wald aus den Händen der Herren von Kallenberg den größten Teil des Ortes; nach 1806 ging dieser an Hohenzollern- Sigmaringen über. Gleichzeitig gehörte Walbertsweiler zum fürstlichen, später preußischen Oberamt, dann zum Kreis Sigmaringen.
Eine wohl mittelalterliche Kirche wurde 1868 durch einen neugotischen Bau des hohenzollerischen Landesbaumeisters Josef Laur (1817-1886 Sigmaringen) ersetzt. Diese Kirche besaß einen Turm mit 45 m Höhe und war 33 m lang, 10 m breit und hatte eine Innenhöhe von 10,50 m, dazu seitliche Strebepfeiler. Bei ihrem Bau verwandte man einen Grobsandstein der oberen Meeresmolasse aus einem Steinbruch bei Rengetsweiler (dieser Sandstein war nicht stabil).
Am 16.11.1959 stürzte wohl nachts der Fassadenturm quer über die Dorfstraße, mit dem Helm noch das Pfarrhaus streifend. Zum Glück gab es keine Unfallopfer zu beklagen. Zwar hatte man bald den ganzen Kirchenraum wieder unter Dach, er blieb jedoch baupolizeilich gesperrt.
So standen nun Pfr. Karl Kreidler (* 1889 in Dießen, ab 9.6.1940 Pfr. von Walbertsweiler, † 22.5.1962 nach Autounfall) und seine Gemeinde vor der schweren Aufgabe des Kirchenbaues.
Das Erzb. Ordinariat Freiburg beauftragte zunächst das Erzb. Bauamt Konstanz unter Max Schätzle mit einem Kirchenentwurf ohne Turm. Ein billigerer Gegenentwurf mit Turm kam von Architekt A. Seiler,
Bilder: Elmar Restle, Walbertsweiler


