Patronat: Burgund, Ligurien, Genua, Gibraltar; des Zisterzienserordens (Ordo Cisterciensium/OCist); der Imker, Wachszieher und Bienen; gegen Gewitter und Unwetter, Tierseuchen, Kinderkrankheiten und Besessenheit; für eine gute Todesstunde
Bernhard von Clairvaux wurde um das Jahr 1090 als Spross des burgundischen Adels in Fontaines-les-Dijon geboren. In einer Klosterschule genoss er eine sehr gute Ausbildung und trat 1112 in das Zisterzienserkloster Cîteaux südlich von Dijon ein. Bereits zu dieser Zeit sagte man ihm einen ungeheuren religiösen Eifer und eine große Überzeugungskraft nach, die viele seiner Angehörigen und Freunde dazu bewog, ebenso wie er den weltlichen Freuden den Rücken zu kehren und ins Kloster einzutreten. Bereits 1115 stieg Bernhard zum Vorsteher der Abtei auf und wurde ausgeschickt, um ein neues Kloster zu gründen. Dieses sollte als Kloster Clairvaux berühmt werden. Bis zu seinem Tod erbaute er 68 weitere Klöster. Im Jahr 1118 übernahm Bernhard die Leitung des Zisterzienserordens und machte sich daran, neue Ordensstatuten auszuarbeiten (»Consuetudines«), die heute noch gültig sind. Dadurch gilt er als zweiter Gründer des Ordens.
Bernhard machte nicht nur durch seine tiefe Gläubigkeit und seinen scharfen Intellekt auf sich aufmerksam, sondern auch durch seine charismatischen Predigten, die seine Zuhörer regelrecht mitrissen. Die Mächtigen an den Höfen und sogar die Päpste baten ihn, als Schiedsrichter in strittigen Fällen zu fungieren. Mit seiner Predigt 1146 in Vézeley gewann er nicht nur König Ludwig VII. für die Teilnahme am 2. Kreuzzug in das Heilige Land (1147–49), sondern entflammte ganz Frankreich. Bernhard stellte das Sterben für den himmlischen Herrn als größtes Verdienst dar, das ein Kreuzfahrer erringen kann. Der 2. Kreuzzug endete mit einer schweren Niederlage und führte zu einem Zerwürfnis unter den beteiligten Mächten.
Bernhards Einfluss auf die Geschichte und sein Wirken waren so enorm, dass man ihn als »ungekrönten Papst und Kaiser des Jahrhunderts« bezeichnete und sein Jahrhundert später das »Bernhardinische Zeitalter« nannte. Seine Zeitgenossen sprachen von ihm als »Doctor mellifluus«, als »honigfließenden Lehrer«, womit sein großes Talent zur Rede schön beschrieben ist. Auch verfasste er viele Predigten, Traktate und Hymnen und beeinflusste nachweislich große Denker wie z.B. Thomas von Aquin, Dante Alighieri und Martin Luther.
So asketisch Bernhard selbst sich zu leben und jeglichen Versuchungen zu widerstehen bemühte, so unerbittlich ging er gegen Unglauben und Ketzerei vor. Mit seinen Widersachern ging er hart ins Gericht und verurteilte die Lehren der Albigenser, Katharer und Waldenser scharf, was letzten Endes zu deren Ausrottung »mit Feuer und Schwert« führte. Er kritisierte den französischen Denker Pierre Abélard ebenso wie die Päpste und ihr sittenloses Verhalten.
Am 20. August 1153 starb Bernhard und wurde im Kloster Clairvaux bestattet. Seine Heiligsprechung erfolgte bereits 1173, und 1830 wurde er von Papst Pius VIII. zum Kirchenlehrer erhoben.
Das Kloster Clairvaux diente seit der Französischen Revolution lange Zeit als Gefängnis, heute kann man die Überreste besichtigen. Die Gebeine des Heiligen Bernhard sind verstreut, ein Teil lagert wohl in einer Kirche bei Clairvaux, sein Haupt in der Kathedrale von Troyes.
Darstellung: als weißgekleideter Zisterziensermönch oder -abt, oft mit der Gottesmutter Maria, die er glühend verehrte
Attribute: Stab, Kruzifix, Rosenkranz, Totenkopf (Symbol der Vergänglichkeit des Lebens), Teufel an der Kette (Überwindung aller Versuchungen), Regelbuch (Bernhard verfasste die noch heute gültigen Statuten des Zisterzienserordens), Bienenkorb (Sinnbild der Beredsam- und Gelehrsamkeit), weißes Hündchen (weil Bernhards Mutter einst geträumt haben soll, dass sie einen alle Feinde des Christentums anbellenden Hund zur Welt bringen würde), Mitra zu Füßen (abgelehnte Bischofsstühle von Mailand und Genua)

Quelle: Herder-Verlag